Das ehemalige Regierungsviertel in Bonn wurde bisher mit den unterschiedlichen Gebäudekomplexen gemeinsam betrieben, d.h. eine klare kaufmännische/technische Trennung der einzelnen Gebäude hinsichtlich ihrer Ver- und Entsorgungssituation war aus der gewachsenen Infrastruktur derzeit nicht möglich. Die Umnutzung des ehemaligen Regierungsviertels für Zwecke der Vereinten Nationen (UN Campus Bonn) machte eine entsprechende kaufmännische/technische Trennung erforderlich.

Das alte Bundeshaus sollte gemeinsam mit dem langen Eugen als UN-Campus genutzt und betrieben werden. Hierzu erhält das Areal ein neues Zugangsgebäude sowie ein neues Logistikcenter. Die Sanierung  des „Langen Eugen“ mit entsprechender Trennung zum IKKB wurde bereits im Jahre 2005 vollzogen. Für das alte Bundeshaus („Abgeordnetenhochhaus“) sind neue technische Anlagen vorgesehen.

Die Gebäudekomplexe Langer Eugen und altes Bundeshaus welche gemeinsam den sogenannten UN-Campus bilden werden, erhielten über den Langen Eugen eine gemeinsame Verbindung für die Kostengruppe 450 „Fernmelde- und Informationstechnische Anlagen (EDV, Telefon, Sicherheitsmanagement, Gefahrenmeldeanlagen, GLT).

Für die Bereiche Verbindungstrakt und Fraktionstrakt wurden eine Teilerneuerung ausgeführt. Bei den teilerneuerten Bereichen ist weitestgehend der Passivhausstandard umgesetzt worden. Die Bereiche Hochhaus, Bunker und Südflügel erhielten eine Sanierung, wobei die gesamte technische Gebäudeausrüstung erneuert wurde. Nach Fertigstellung bieten die Gebäude Büroräume für 375 Mitarbeiter mit den zugehörigen Bereichen für Konferenz- und Besprechungsräume, Bibliothek, Cafeteria und sonstige allgemeine Aufenthaltsräume.

Technische Daten

Kostengruppe 440

Die Versorgung der neuen Gebäude erfolgt aus dem Mittelspannungsnetz des „Langen Eugen“ im Ringnetz. Die Aufstellung der Mittelspannungsanlage, der Trafos und der Niederspannungs-schaltanlagen (NN und SV) erfolgt im Untergeschoss. Von dort aus wurden die Unterverteilungen in den einzelnen Versorgungsbereichen erschlossen. Zur Sicherstellung der elektrischen Versorgung für die Sicherheitsbeleuchtung wurden sowohl eine Zentralbatterieanlage mit entsprechenden Umschalteinrichtungen aufgestellt, als auch in einem separaten Gebäude 2 Netzersatzaggregate mit jeweils 320 kVA Leistung. Eine NEA Anlage versorgt nun die sicherheitsrelevanten Anlagen (Sicherheitsbeleuchtung, Sprinkleranlage, Aufzüge usw.), während die zweite Anlage, gemeinsam mit zwei noch zusätzlich installierten USV – Anlagen mit je 100 kVA die unterbrechungsfreie Versorgung der EDV – Anlagen in dem Gebäude sicher stellt.
Insbesondere die Erschließung der Bürobereiche im Abgeordnetenhochhaus gestaltete sich, auf Grund der alten Bausubstanz mit bis zu 3 Meter dicken Wänden besonders schwierig.
Die Beleuchtung in den Bürobereichen erfolge über Anbau- bzw. Pendelleuchten mit BAP – Raster und Einbauleuchten in den Allgemeinbereichen. In den Konferenzbereichen wurde eine entsprechende Sonderbeleuchtung eingebaut.

Kostengruppe 450

Zur Überwachung der neuen Bürobereiche mit Sicherheitstechnik wurden die bereits im Langen Eugen vorhandenen sicherheitsrelevanten Anlagen mit Unterzentralen im Untergeschosse des Hochhauses erweitert. Dazu gehörten sowohl die Brandmelde- und ELA – Anlage als brandschutztechnisch geforderte Einrichtung, als auch die Einbruchmeldeanlagemit Zutrittskontrolle und Videoüberwachung im Innen- und Außenbereich.
Die Konferenzräume wurden mit aufwändiger Technik ausgestattet, u.a. mit

  • Beschallungsanlage mit Kompaktboxen an Wandarmen und Anschlüssen über Bodentank bzw. direkt am AVM-Rack für Abspielgeräte
  • Drahtlose Mikrofonanlage, drahtgebundene Diskussions-/ Dolmetscheranlage für Delegierte, Vorsitzende und für 10 Dolmetscher
  • Digitales Infrarotsprachübertragungssystem mit Empfänger und Kopfhörer für alle Beteiligte und Zuhörer
  • Video- / Datenprojektion, zum Anschluss von Abspielgeräten und Wiedergabegeräte als Aufprojektion
  • Medientechnik zur Erstellung der Audio- / Videofunktionen und Raumsteuerung (dimmbare Beleuchtung, Leinwand, Verdunkelung und Lüftung) über ein Medienbedienfeld als Tischgerät.
    • Datenanschlüsse für mobiles Videokonferenzsystem im Raum
    • Projektion über Decke in eingebauten Projektionsspiegel

Somit sind Konferenzen  und multimediale Veranstaltungen auf dem neuesten Stand der Technik möglich, sowohl mit Konferenzräumen im Langen Eugen, als auch mit anderen Standorten der UN weltweit.

Planungsaufgabe ELT

Objektüberwachung der Kostengruppen 440/450 auf Basis der vorliegenden Ausführungsplanung/LV
Anpassung bzw. Vervollständigung der Planung auf Grund neuer Grundlagen Bestand und neuer Vorgaben Bauherr/Nutzer

Herstellkosten ELT    6.700.000,00 €